Kabinenluft: Kehrtwende der Bundesregierung?

Geschrieben von: Team von Flug-Storno in Nicht getaggt  am  PDF

Das war auch uns neu, aber mal wieder ein Grund seinen Flug zu stornieren und lieber am Boden zu bleiben:
MdB Märkus Tressel schreibt:
Es geht hier um die Gesundheit von Menschen. Deshalb sind epidemiologische Untersuchungen dringend erforderlich. Sprich, wie wirken die verschiedensten Faktoren untereinander auf den Menschen: Druckluft, Strahlenbelastung, hohe Ozonkonzentration, geringe Luftfeuchtigkeit, Pestizide und dazu noch andere Schadstoffe mitunter durch Öldämpfe. Gerade in der Summe ist das wohl nicht gerade gesundheitsfördernd. Im Störungsfall dürfte es schwerer zu entkräften sein, dass sich daraus keine Gesundheitsgefahr ergibt, als anders herum. Hier hätte die Bundesregierung mit Forschungsaufträgen längst tätig werden müssen.
Aber auch technisch ist einiges möglich und nötig. Wir fordern erstens: Triebwerköle müssen neurotoxisch unbedenklich sein. Zweitens: Nicht die Nase der Crew, sondern effektive Warnanlagen sollten als Schadstoffdetektoren benutzt werden. Drittens: Die gefährlichsten Schadstoffe dürfen gar nicht erst in die Kabine oder das Cockpit kommen. Wenn wir über die Gesundheit von Passagieren und Crew sprechen, dann ist es nicht zu viel verlangt, dass ordentliche Filter installiert werden. Viertens: Die Luft für die Kabine sollte nicht aus Triebwerken kommen. Wir brauchen langfristig klügere Systeme. Der Dreamliner macht vor, wie das geht.
Über die Kehrtwende im Verkehrministerium kann man sich nur wundern. Gerade vor zehn Tagen noch wurde unser grüne Antrag (BT-Drs. 17/7480) energisch zurückgewiesen und die Glaubwürdigkeit der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) seitens der Koalition infrage gestellt – genau die Behörde, die Ramsauer nun ausdrücklich lobt. In der Debatte wurde gar bestritten, dass Kabinenluft überhaupt kontaminiert sein könnte. Wir fordern daher einen nachvollziehbaren Maßnahmenkatalog mit einem entsprechend engen Zeitrahmen. 
Darüber soll die Bundesregierung am 17.10. 2012 im Ausschuss für Tourismus berichten. Die Zeit der Ignoranz und des Vertuschens ist vorbei. Crews und Passagiere erwarten konsequentes Handeln.